Kunst und Zufall

Die Verfremdung der gegenständlichen Welt ist nur eine von vielen Möglichkeiten, in tieferliegende Bewusstseinsschichte vorzudringen. Eine weitere sahen die Surrealisten darin, dem Zufall das Feld zu überlassen. Vor allem Max Ernst hat sich dieses Prinzip zugrunde gemacht. Als einer der experimentierfreudigsten Surrealisten bezog er von ihm erfundene Techniken wie die Frottage, Grattage, usw. in seine künstlerische Tätigkeit mit ein. Diese erlaubten ihm, abstrakte Strukturen zu schaffen, die zunächst nichts Konkretes darstellen, aber ähnlich wie Wolkengebilde dazu verleiten, Dinge hineinzusehen.
 
Der Künstler Alfons Schilling hatte die Idee einer Maschine, die es ihm ermöglichen sollte auf einer an der Wand befestigten, rotierenden, kreisförmigen Bildfläche zu malen. Auf diese Weise entstanden seine sogenannten „Rotationsbilder“ – mit einem Durchmesser von über 2 Metern. In den rotierenden Scheibenbildern ist Schillings Interesse zu erkennen, Bewegungs- und Raumerfahrungen zu kombinieren. Was ihn faszinierte, war die Idee von der Unendlichkeit des Bildes.
 
Jackson Pollock – auch „Jack The Dripper“ genannt - brachte die traditionelle Malerei im wahrsten Sinne des Wortes zu Fall. Anstatt an der Staffelei zu malen, breitete er seine Leinwände auf dem Boden aus. Wenn Pollock die Farbe von dicken Pinseln und aus durchlöcherten Büchsen auf die am Boden liegende Leinwand rinnen ließ, wenn er mit wilden Schwüngen die Farbe schleuderte und spritzte und selbst um und über sein Bild lief, konnte von „Malen“ im herkömmlichen Sinne keine Rede mehr sein. Die Bezeichnung „Action Painting“  verdeutlicht, worum es Pollock ging: Malen war eine Aktion, eine reale – wenngleich oft rauschhafte oder tranceähnliche – Handlung.
 
Angeregt von diesen Zufallstechniken standen das spielerische Experimentieren, der Prozess als solcher, sowie die spannungsgeladene Erwartungshaltung gegenüber der jeweiligen zufälligen und doch bis zu einem gewissen Grad geplanten Ergebnissen im Zentrum des BE-Unterrichts. In Form eines Stationenbetriebs hatten die SchülerInnen die Möglichkeit Rotations-, Enkaustik-, Schaum- und Rinnbilder zu schöpfen sowie Erfahrungen mit Action Painting zu machen. Neben dem Lern- und Spaßfaktor entstanden vielfältige und spannende Werke… eine von vielen Möglichkeiten das Leben bunter zu gestalten.
 

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